Alte Musik plus

Samstag, 23. Mai 2020

11.00 Uhr

Aula Seligenthal

Gudrun Sidonie Otto (Sopran), Wolfgang Brunner (Fortepiano), Katharina Elisabeth Kram (Lesung), Jochen Decker (Lesung)

(7) MUSIKALISCHER SALON: FANNY HENSEL – FELIX MENDELSSOHN: LIEDER UND BRIEFE ZWISCHEN BRUDER UND SCHWESTER

36,00 €
Frühbucher: 32,40 €
Förderkreis: 28,80 €

2. Foto von links: Tourismus Werbefotografie Wolkersdorfer

Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy

Die beiden Geschwister Fanny und Felix Mendelssohn Bartholdy waren beide musikalisch hochbegabt. Die 1805 geborene Fanny war vier Jahre älter als ihr Bruder. Ihren ersten Klavierunterricht erhielten beide Kinder von ihrer Mutter Lea Mendelssohn, einer Schülerin von Johann Philipp Kirnberger, der wiederum ein Schüler Bachs war. Von ihrer Großtante Sara Levy wurden sie in die Kunst der Bachsöhne eingeweiht: Sie war eine Schülerin von Carl Philipp Emanuel Bach und Gönnerin Friedemann Bachs. Während des Paris-Aufenthalts der Familie Mendelssohn 1816 erhielten beide Kinder Unterricht von der französischen Pianistin und Komponistin Marie Bigot. Zurück in Berlin nahm sie Carl Friedrich Zelter unter seine Fittiche. Der Freund Goethes prägte die Orientierung der beiden Mendelssohn-Geschwister an Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel und literarisch an die Weimarer Klassik. Fanny wurde Mitglied der von Zelter geleiteten Singakademie. Klavierunterricht erhielt sie von Ludwig Berger, später auch für einige Wochen zusammen mit ihrem Bruder bei Ignaz Moscheles.

Im Mittelpunkt des musikalischen Wirkens von Fanny standen die „Sonntagsmusiken“, die ab 1823 im Gartensaal des Mendelssohn’schen Anwesens stattfanden und in hohem gesellschaftlichen Ansehen standen. Dort waren u.a. Robert und Clara Schumann, Franz Liszt und Joseph Joachim zu Gast. Die Aufführungen in diesem halböffentlichen Salon mit bis zu 300 Besuchern gestalteten die beiden Geschwister zunächst gemeinsam.

Doch 1829 trennten sich die Lebenswege der beiden. Felix leitete damals die denkwürdige Wiederaufführung von Bachs „Matthäus-Passion“, Fanny heiratete den Hofmaler Wilhelm Hensel. Felix unternahm noch im selben Jahr seine erste Konzertreise nach London. Sie dagegen kümmerte sich weiterhin um die „Sonntagsmusiken“, die sie nun zumeist allein während der vielen Reisen von Felix leitete und gestaltete. Sie studierte Chor- und Orchesterwerke ein, dirigierte und trat als Solistin hervor. Fanny führte Werke ihres Bruders, anderer Komponisten und eigene Kompositionen auf.

Fanny Mendelssohns Begabung war sicherlich so groß wie die ihres Bruders. Bereits mit dreizehn spielte sie ihrem Vater alle 24 Präludien aus Bachs „Wohltemperierten Klavier“ auswendig vor. Doch ihr Vater Abraham Mendelssohn war dagegen, dass Fanny die Musik zum Beruf machte. Er, aber auch Felix, hielten sie davon ab, ihre Kompositionen zu veröffentlichen. Doch schließlich veröffentlichte sie gegen den Willen des Bruders 1846, ein Jahr vor ihrem Tod, Lieder und Klavierstücke beim Verlag Bote & Bock.

Fanny starb erst 42 Jahre alt an einem Schlaganfall. Felix überlebte seine Schwester nur um ein halbes Jahr.

 

Bild oben: Wilhelm Hensel: Fanny Mendelssohn Bartholdy (1829), Bild unten: James Warren Childe: Felix Mendelssohn Bartholdy (Aquarett 1830)  

Gudrun Sidonie Otto

Die in der regio basiliensis lebende Sopranistin Gudrun Sidonie Otto begeistert mit ihrem „hellfemininen Edeltrimbe“ FonoForum 9/10, und „ihrem frischen und zugleich warmen Sopran“ Opernglas 2009.

Nach einem Coaching von Ricarda Merbeth studierte sie an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar bei Mario Hoff und u.a. bei Klesie Kelly, Renate Biskup, Mira Zakai/Tel Aviv und wird derzeit intensiv von Stefan Haselhoff in Basel unterrichtet und gecoacht.

2007 gewann sie den 1. Preis beim Internationalen Gesangswettbewerb Kammeroper Schloss Rheinsberg. 2004 war sie Stipendiatin an der Komischen Oper Berlin und bis 2006/7 im Festengagement als Solistin an den Landesbühnen Sachsen. Gastspiele folgten u.a. an der Komischen Oper Berlin, Staatsoper Hannover, Staatstheater Nürnberg, Theater Würzburg (Blondchen/Mozart), Gärtnerplatztheater München (Undine/Lortzing), Theatre de Picardie/France (Soldati/Monteverdi), Grand Opera Luxembourg, Opéra National du Rhin Strasbourg (Papagena/Mozart) und zu vielen renommierten Festivals und  Konzerthäusern im In- und Ausland unter Dirigenten wie Neville Marriner, Robin Gritton, Helmuth Rilling, Thomas Hengelbrock, Enoch zu Guttenberg, Peter Gülke und Ludwig Güttler.

Neben zahlreichen CD-, Funk- u. Fernsehaufnahmen – besonders im Bereich der Alten Musik – arbeitet sie derzeit mit dem Label cpo zusammen. Eine vielbeachtete Solo-CD mit Mendelssohn-Liedern erschien bei Hänssler Classic. Nach Engagements in Hongkong, Strasbourg, Den Haag und Amsterdam 2014 geht 2015 u.a. eine Tournee mit der New Dutch Academy nach Istanbul und Ankara, gefolgt von der Zauberflöte am Prinzregententheater München unter Enoch zu Guttenberg und 2016 einer Tour nach Sydney.

 

Wolfgang Brunner

vergnügt sich auf nahezu allen Tasteninstrumenten, wobei seine Liebe zu historischen Klangquellen internationale Renditen einfuhr (u.a. ca. 60 CD-Aufnahmen). Eine weitere Liebe gilt der Klavierimprovisation, die ihn fast täglich von Generalbass bis zur Stummfilmbegleitung, als Krisenmanagement in Konzerten, Überlebenstraining und lustvoll gesuchter Herausforderung begleitet. Sein Spieltrieb schlägt sich nieder in unkonventionellen Programmen, in der Organisation von Konzertreihen und der von ihm 1992 gegründeten Salzburger Hofmusik, die bisher allem wirtschaftlichen und geistigen Schwund bürgerlicher Konzertkultur erfolgreich widerstand. Seinen pädagogischen Eros stillt Brunner an bis zu 3 Musikhochschulen gleichzeitig (Universität Mozarteum, Bruckneruniversität Linz und Musikhochschule Trossingen) u. a. in Fächern wie Historische Aufführungspraxis, alten und neuen Klavieren, Improvisation und gemeinsamen Projekten mit Studenten. Gelegentlich kann er sich wissenschaftliche Beiträge zu Fachzeitschriften oder Lexika (MGG-Artikel) nicht verkneifen, obwohl ihn seine zunehmende Altersweisheit lehren will, sich lieber seiner reizenden Familie mit 3 Kindern zu widmen.  

 

Katharina Elisabeth Kram

Katharina Kram, geboren in Regensburg, wuchs in Neukirchen im Bayerischen Wald auf. Nach dem Abitur studierte sie Anglistik, Germanistik und Theaterwissenschaften an den Universitäten Regensburg und Wien. Im Jahr 2003 begann Katharina Kram die Schauspielausbildung am Konservatorium Wien, die sie 2007 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Sie hatte Unterricht u.a. bei Kammerschauspielerin Elfriede Ott, Tim Kramer, Dorothee Hartinger und Susi Stach. Im Zuge ihres Diploms spielte sie Ismene in Sophokles‘ „Antigone“ (Regie: K.J. Schildknecht) und die Rolle der Grusche in Brechts „Kaukasischem Kreidekreis“ am Schauspielhaus Wien und dem Grand Théâtre de la Ville Luxembourg (Regie: Ong Keng Sen). Am Max Reinhard Seminar in Wien spielte sie die Gouvernante in „Die Drehung der Schraube“. Im Sommer 2008 absolvierte sie die Sommerakademie für bairisches Volksschauspiel und gab 2009 „Die Bernauerin“ bei den Orff-Festspielen in Andechs unter der Regie von Prof. Hellmuth Matiasek. Auch in den Jahren 2012 und 2013 wurde sie für die Neuinszenierung der „Bernauerin“ unter der Regie von Marcus Everding nach Andechs geholt. Für ihre Darstellung dieser Rolle wurde sie 2013 von der Carl Orff-Stiftung mit dem Frater Lambert Stipendium ausgezeichnet.

Seit Beginn der Spielzeit 2007/2008 ist sie am Landestheater Niederbayern engagiert. Sie war bisher zu sehen als Franziska in „Minna von Barnhelm“, Marei in „Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben“, Gretchen in „Mein Kampf“, Sie in „Boy Meets Girl“, Charis in „Amphitryon“, Julia in „Romeo und Julia“. Des weiteren spielte sie u. a. die Titelrolle in „Maria Stuart“, Emma in „Betrogen“, Rosaurain in „Der Lügner“ und Klärchen in „Im Weißen Rössl“ sowie Ariel in „Eine Sommernachtssexkomödie“, Margarete in „Faust“, Roxane in „Cyrano de Bergerac“, die weiblichen Rollen in Hitchcocks „Die 39 Stufen“, Annette Reille in „Der Gott des Gemetzels“, Elisabeth in „Don Carlos“, Becky in „Freihändig (The Village Bike)“, die Titelpartie in „Anna Karenina“, Franziska Reichmann in „Von der Unachtsamkeit der Liebe“, Amalia in „Die Räuber“, Hippolyta/Titania in „Ein Sommernachtstraum“, als Lilli Vanessi (Katharina) in „Kiss me, Kate“, als Elvira in „Fröhliche Geister“, als Magenta überzeugte sie in „The Rocky Horror Show“. Es folgten Rollen in: „Das Abschiedsdinner“ (Clotilde) und „Nathan der Weise“ (Sittah).

 

Jochen Decker

Jochen Decker wurde in Bonn geboren und absolvierte seine Schauspielausbildung am Zinnerstudio in München bei Liz Verhoeven und Heide Ackermann. Während der Ausbildung spielte er im Theater Scaramouche in Schwabing. Danach führten ihn diverse Engagements u.a. nach Memmingen, Singen, Aachen und zum Theater 44 nach München. Immer wieder gastierte er auch beim Landestheater Niederbayern, an dem er seit der Spielzeit 2002/2003 fest engagiert ist. Seine wichtigsten Rollen waren hier Mozart und Salieri in „Amadeus“ von Peter Shaffer, Franz Moor in Schillers „Die Räuber“, die Titelrolle in „König Ödipus“, Herr Schulz in „Cabaret“, Mercutio in „Romeo und Julia“, Blunt in „Frohes Fest“, Lelio in „Der Lügner“, die Titelpartie in Goethes „Faust“. Desweiteren war er u.a. in „Eine Sommernachtssexkomödie“, „Kunst“, „ENRON“, in der Titelpartie von „König Artus‘ letzte Schlacht“, in „Außer Kontrolle“, „Der zerbrochene Krug“, „Freihändig“, „Macbeth“, „Was der Butler sah“ und „Zeitstillstand“ zu sehen. In der Spielzeit 2014/2015 begeisterte Jochen Decker das Publikum in der Rolle als Albin/Zaza in „La Cage aux Folles“. Des Weiteren glänzte Jochen Decker als Ekart in „Baal“, als Klaus Zettel in „Ein Sommernachtstraum“, als Fred Graham (Petruchio) in „Kiss me, Kate“. In „Othello“ von W. Shakespeare war er als Doge von Vendig und Ludovico, in Tschechows „Der Kirschgarten“ als Pjotr Sergejewitsch Trofimow zu erleben. In „Der Name der Rose“ übernahm er die Rolle des Salvatore. Man sah ihn in „Warten auf Godot“ (Estragon), in „Der Brandner Kaspar kehrt zurück“ (Nantwein), in „Die Frau in Schwarz“, und in der „Rocky Horror Show“ spielte er den Riff-Raff. Weitere Rollen folgten in „Das Abschiedsdinner“, „Der Glöckner von Notre Dame“ und als Lloyd Dallas in „Der nackte Wahnsinn“. 2015 wurde Jochen Decker mit dem Kulturpreis der Stadt Landshut ausgezeichnet.

Fotos (von oben nach unten): Gudrun Sidonie Otto, Wolfgang Brunner (Foto: Tourismus Werbefotografie Wolkersdorfer), Elisabeth Maria Kram, Jochen Decker bei den Landshuter Hofmusiktagen 2018 (Foto: Michael Hackl)

Service

Konzertkarten
Online-Buchung: hier
Bestellschein: hier
Festivalkasse: ab Mitte April 2020

Konzertprogramme
sind voraussichtlich ab Anfang April 2020 erhältlich und können online als pdf heruntergeladen werden (siehe Kopfzeile beim jeweiligen Konzert) und sind an der Festival- und Abendkasse gegen eine Gebühr erhältlich.

Information, Kartenverkauf, Hotelreservierung
Festivalbüro:
Verkehrsverein Landshut e.V.
Altstadt 315 (Rathaus)
84028 Landshut
Tel. 0871-92205-0 - Fax 0871-89275
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