Alte Musik 

Samstag, 16. Mai 2020

19.00 Uhr

Seligenthal – Abteikirche

Vorprogramm: Bedeutende Frauen in der Abtei Seligenthal – Führung, 17.30 Uhr: hier weitere Infos

Arianna Savall – Petter Udland Johansen, Hirundo Maris

(2) HILDEGARD VON BINGEN: VOX COSMICA

36,00 €
Frühbucher: 32,40 €,
Förderkreis: 28,80 €

Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingens Eltern waren Edelfreie, ein Adelsstand, der direkt dem König unterstand. Sie wurde zwischen dem 1. Mai und 17. September 1098 geboren, vermutlich im Gut Bemersheim bei Alzey. Da sie das zehnte Kind war, musste sie, wie damals üblich, ins Kloster. Ihre religiöse Erziehung übernahm Jutta von Sponheim. Im Alter zwischen 14 und 17 legte sie ihr Ordensgelübde ab. Sie lebte nun in der Klause von Disibodenberg in größter Askese. Diese Klause wuchs zu einem regelrechten Kloster, war aber noch immer den Benediktinermönchen unterstellt. Nach dem Tod von Jutta wählten die Schwestern Hildegard zu ihrer Magistra. Sie mäßigte die Regeln der Askese und plante, ein eigenes Kloster zu gründen. Dadurch geriet sie in Konflikt mit den Mönchen. Hildegard war inzwischen eine gesuchte und geschätzte Lehrerin geworden. Ihre Predigten waren populär. Dabei berief sie sich auf göttliche Visionen. Ab 1141 ließ sie ihre Gedanken von einem Schreiber in dem Buch „Scivias“, einer kunstvollen, mit Miniaturen verzierten Handschrift, niederschreiben. Ihre Lehre umfasst theologische Fragen, aber ebenso Natur- und Heilkunde. Ihre Kräuterkunde wirkt bis in unsere Gegenwart weiter. Um 1150 gründete sie das Kloster Rupertsberg, das eine große Anziehungskraft vor allem auf adelige Frauen hatte. Das Kloster erfreute sich eines großen Reichtums und wurde deshalb von anderen Geistlichen auch kritisiert.

Von Hildegard von Bingen ist eine Sammlung geistlicher Lieder erhalten: Die „Symphonia armonie celestium revelatium“ enthält 77 liturgische Gesänge in Neumennotation und das liturgische Drama „Ordo virtutum“. In diesem Drama wird der allegorische Kampf zwischen Tugenden und Lastern gezeigt. Hildegards Musik wird von Melodien geprägt, die einen großen Tonumfang und große Melodiesprünge geprägt ist.

Im Programm von Hirundo Maris wird die Vox cosmica Hildegard von Bingens den Gedichten Abaelards über die tragische Liebe zu seiner Schülerin Heloise gegenübergestellt. Deren emotional subjektiver Charakter steht im Kontrast zur Musik Hildegards, die sich als Spiegel des von Harmonie erfüllten Kosmos versteht.

Bild oben: Hildegard von Bingen empfängt eine göttliche Inspiration und gibt sie an ihren Schreiber, den Mönch Vollmar, weiter, Frontispiz des Liber Scivias aus dem Rupertsberger Codex (um 1180), Bild unten: „Chor der Engel“ aus Scivias I.6, Rupertsberger Codex fol. 38r.

Hirundo Maris

Arianna Savall: Gesang, mittelalter Harfe, Lyra, tibetanische Klangschale
Petter Udland Johansen: Gesang, Hardangerfiedel, Lyra, Fidel, Monochord
Gesine Bänfer: Flöten, Schalmei und Salterium
Ian Harrison: Flöten, Schalmei, Dudelsack (Gaita)
David Mayoral: Glockenspiel, Santur und Perkussion

2009 gründeten Arianna Savall und Petter Udland Johansen das Ensemble Hirundo Maris, das sich auf alte Musik vom Mittelalter bis zum Barock, dem eigenen Schaffen und Early Fusion spezialisiert. Aus ihrer weitreichenden Zusammenarbeit ist der schöpferische Hauptschwerpunkt, die mediterrane und nordische Musik, entstanden. So wie die Schwalbe, die dem Ensemble ihren Namen verleiht, finden sie über das Meer und die Musik zu gemeinsamen Wegen, die seit Urgedenken Skandinavien und die Iberische Halbinsel miteinander verbinden.
Hirundo Maris tritt in zahlreichen Musikfestivals in Europa auf, etwa den Stanser Musiktagen, dem Kölner Fest für Alte Musik, Jazz in Church Bucharest, dem Menuhin Festival Gstaad, den Bachwochen Thun, der Styriarte, All Improvviso Festival, Kirkemusikk Festivalen Oslo, Nordlysfestivalen Tromsø, dem Festival in Dinan (Bretagne), Seduced by harps (Belgien), dem Internationalen Harfenfestival in Sentmenat (Katalonien), Arp Sanati Dergi in Istanbul (Türkei), dem Festival in Fontfroide und Philippe Maillard Productions (Paris).
Seine erste CD „Chants du Sud et du Nord“ hat Hirundo Maris mit dem renommierten Label ECM von Manfred Eicher aufgenommen. Diese von Eicher persönlich produzierte Einspielung wurde von der internationalen Kritik begeistert empfangen.

Arianna Savall

1972 als Tochter einer katalanischen Musikerfamilie in Basel geboren, begann Arianna Savall Figueras ihr Studium der klassischen Harfe bei Magdalena Barrera. 1991 begann sie parallel dazu ein Gesangsstudium bei Maria Dolors Aldea am Konservatorium von Terrassa, wo sie ihr Studium in Gesang und Harfe abschloss. 1922 nahm sie das Studium der historischen Aufführungspraxis bei Rolf Lislevand am Konservatorium von Toulouse (Frankreich) auf und absolvierte mehrere Kurse bei Andrew Lawrence-King, Hopkinson Smith sowie bei ihren Eltern Montserrat Figueras und Jordi Savall. 1996 kehrte sie in die Schweiz zurück, um ein Aufbaustudium in Gesang bei Kurt Widmer zu absolvieren und sich in historischer Harfe bei Heidrun Rosenzweig zu spezialisieren. Im Jahr 2000 sang sie zum ersten Mal am Baseler Theater die Barockoper „Opera Seria“ (Wien, 1769) von Florian Leopold Gassman unter der Leitung von Carlos Harmuch. 2002 gab sie ihr Gesangsdebüt am Gran Teatre del Liceu de Barcelona (Oper Barcelona) mit Orfeo von Claudio Monteverdi in der Rolle der Euridice und unter Leitung ihres Vaters Jordi Savall. Diese Oper wurde von der BBC und von Opus Arte auf DVD aufgenommen und von den Kritikern als eine der schönsten und zauberhaftesten Aufführungen des Orfeo gelobt.

Sie interpretierte die Rolle der Casilda in der Oper „Arianna“ von Händel im Scala Basel, war als Sängerin und Harfenistin an der Veranstaltung „Sueños y Folías“ im Teatro Liceo de Salamanca beteiligt und trat in „Celos aún del ayre matan“, einer Oper von Juan Hidalgo, im Auditori de Barcelona und im Wiener Konzerthaus auf. Außerdem trat sie gemeinsam mit dem Main-Barockorchester Frankfurt als Solistin in „The Fairy Queen von Henry Purcell“ auf und sang – begleitet von Les Concerts des Nations – die Rolle der Clorinda in „Il Combattimento di Tancredi e Clorinda“ von Claudio Monteverdi.

Seit 1997 wirkt sie bei Konzerten und Aufnahmen von Hespèrion XXI mit. Ihre erste eigene CD, bei der sie ihre Mutter an der Harfe begleitet – „Tonos Humanos“ von José Marin (Alia Vox) – wurde mit dem „Diapason d’Or“ ausgezeichnet.

Arianna Savall Figueras kann Auftritte in Europa, Skandinavien, den USA, Südamerika, Australien, Japan, Neuseeland und Israel verzeichnen.

Arianna Savall war als Sängerin und Harfenistin an zahlreichen Aufnahmen von Alia Vox beteiligt, von denen insbesondere „Don Quijote“, die einstimmig die Auszeichnung „Record of the year“ (Midem Classical Awards 2006) erhielt, die erste Platte im Familienkreis „Du temps et de l’instant“, die für das Finale der Musikpreise der SGAE 2005 nominiert wurde, sowie „Lux Feminae“ – Montserrat Figueras letzte Neuerscheinung – herauszuheben sind. Gleichzeitig wirkte sie in Auftritten und Aufnahmen anderer Gruppen und Künstler mit, wie etwa der Mala Punica in „Helas Avril“ (ERATO), dem Ricercar Consort in „Sopra la Rosa“ (MIRARE), Rolf Lislevand in „Alfabeto“ (NAÏVE), Pedro Estevan in „El aroma del tiempo“ (GLOSSA), der Gruppe Il Desiderio in „Jouissance vous donneray“ und „Vergine Bella“(AELUS). Sie trat ebenfalls als Solistin bei den „Vespres“ von Monteverdi mit dem Ensemble LA FENICE unter der Leitung von Jean Tubery auf. Mit der Capella Reial de Catalunya wirkte sie 2004 in Graz (Österreich) bei einem Konzert, das M. A. Charpentier in Versailles gewidmet war und von MEZZO mitgeschnitten wurde, in „Membra Jesu“ von Buxtehude und in der h-Moll Messe von J. S. Bach mit.

Ihre Leidenschaft für Alte Musik und Improvisation führt Arianna Savall Figueras zum anderen Extrem: der zeitgenössischen Musik – ein Gebiet, in dem sie in intensiver Zusammenarbeit mit dem Schweizer Komponisten Conrad Steinmann alte griechische Musik und Gedichte von Safo rekonstruiert. Ergebnis dieser Arbeit ist die von Kritikern hochgelobte Aufnahme „Melpomen“, die bei HARMONIA MUNDI erschienen ist.

Eine äußerst experimentelle Arbeit stellt die letzte CD von Rolf Lislevand „Nuove musiche“ (ECM2006) dar, bei der Arianna Savall Figueras als Sängerin und Harfenistin mitwirkt. Im Juni 2006 trat Arianna Savall Figueras in Tallinn in dem von der estnischen Komponistin Helena Tulve (1972) für Sopran und neun moderne Instrumente komponierten Werk „Lijnen“ auf, das auch für ECM mit dem Nyyd Ensemble unter der Leitung von Olari Elts aufgenommen wurde. Mit diesem Ensemble trat sie auch in der Oper von Rennes auf, wo sie „Quatre Instants“ von K.Saariaho aufführte. Mit Helena Tulve arbeitete Arianna Savall Figueras an Projekten, die in der Oper von Monaco aufgeführt wurden: „Equinoxe de l’Ame“ und „Arboles lloran por lluvia“ mit Vox Clamantis. 2008 war sie unter der Leitung von Manel Valdivieso an der Aufführung von „Carmina Burana“ von C. Orff beteiligt und führte „L’abbé Agathon“ von Arvo Pärt mit dem Ensemble Cello Octet Amsterdam auf.

Sie interpretierte die Rolle der Casilda in der Oper „Arianna“ von Händel im Scala Basel, war als Sängerin und Harfenistin an der Veranstaltung „Sueños y Folías“ im Teatro Liceo de Salamanca beteiligt und trat in „Celos aún del ayre matan“, einer Oper von Juan Hidalgo, im Auditori de Barcelona und im Wiener Konzerthaus auf. Außerdem trat sie gemeinsam mit dem Main-Barockorchester Frankfurt als Solistin in „The Fairy Queen“ von Henry Purcell auf und sang – begleitet von Les Concerts des Nations – die Rolle der Clorinda in „Il Combattimento di Tancredi e Clorinda“ von C. Monteverdi.

Ihr Werdegang als Sängerin und Harfenistin vereint sich sowohl in ihrer ersten Soloplatte „Bella Terra“ (ALIA VOX), auf der sie eigene Kompositionen interpretiert, als auch in ihren Auftritten mit ihrer Gruppe in zahlreichen Festivals, wie dem Weltmusik-Festival „Sfinks“ (Belgien 2004) und der „Stimmenfestspiele“ (Schweiz, 2005). Singen und sich dabei auf der Harfe begleiten ist eine uralte Tradition, die Arianna Savall Figueras mit Hilfe der alten Musik und neuer musikalischer Kreationen wiederaufleben lassen will.

Foto: Priska Ketterer Luzern

 

Petter Udland Johansen

Petter Udland Johansens musikalische Entwicklung basiert auf einer Ausbildung in Gesang, Geige und Klavier. Anschließend an das Diplomstudium mit Schwerpunkt Gesang absolvierte er ein Aufbaustudium und nahm am Gesangskurs unter Leitung des Tenors Hans-Peter Blochwitz teil.

Seither engagiert er sich als Sänger, Dirigent und Instrumentalist (Klavier, Geige, Mandoline, Gitarre und Akkordeon) mit einem großen musikalischen Spektrum, welches die Moderne, Klassische und Alte Musik umfasst. Sehr erfolgreich arbeitet er als Komponist, Chorleiter, Instrumentalist und Arrangeur. 2009 Jahren gründeten Arianna Savall und er das Ensemble Hirundo Maris, welches auf Alte Musik und eigene musikalische Kreationen spezialisiert ist.

Mit Ensembles wie Hirundo Maris, Pechrima, Capella Antiqua Bambergensis und Sagene Ring tritt er regelmäßig auf und spielte mehrere CDs ein, unter anderem für wichtige CD-Labels wie ECM Deutschland, Alia Vox Spanien, Cap Records Deutschland, Ramee Belgien, Carpe Diem Records Deutschland, Grappa Norwegen, und Muve Records Schweiz. In der neuesten CD-Einspielung des Ensembles Hirundo Maris bei ECM „Chants du Sud et du Nord“ wird Neue Musik mit historischen Instrumenten kombiniert, eine musikalische Reise, bei der sich der Kreis schließt zwischen Neu und Alt, Nord und Süd, Sommer und Winter.

Er war als Arrangeur, Komponist und Mitwirkender bei der CD Produktion „Klang der Staufer“ beteiligt, die von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wegen ihrer hohen Mittelalterkompetenz gelobt wurde. Er war auch als Komponist und Arrangeur für die CD „In the bleak midwinter“ verantwortlich, die ebenso bei CAB-Records im Dezember 2013 erschienen ist und sich mehr als 10 Wochen unter den Top 10 der JPC-Klassik Charts befand.

Für die internationale Dreiländerausstellung „Die Wittelsbacher am Rhein“, die 2013 in den Reiss Engelhorn Museen zu Mannheim stattfand, komponierte er die Titelmelodie und nahm sie im Studio auf.

Für die Audio-Doppel-CD zur Ausstellung „Die Wittelsbacher – das Musikhörbuch“ arrangierte und komponierte er die Titel neu und spielte einen Großteil der Titel im Studio ein.

Zu den Texten der deutschen Autoren Paul Maar und Gunter Schoß arrangierte er die passenden Musikstücke und Besetzungen. Diese Musikproduktion entstand in der Zusammenarbeit mit der Capella Antiqua Bambergensis und Paul Maar. Die Doppel-CD „Das Wittelsbacher Musikhörbuch“ wird europaweit von CAB-Records vertrieben.

Foto: Priska Ketterer Luzern

Service

Konzertkarten
Online-Buchung: hier
Bestellschein: hier
Festivalkasse: ab Mitte April 2020

Konzertprogramme
sind voraussichtlich ab Anfang April 2020 erhältlich und können online als pdf heruntergeladen werden (siehe Kopfzeile beim jeweiligen Konzert) und sind an der Festival- und Abendkasse gegen eine Gebühr erhältlich.

Information, Kartenverkauf, Hotelreservierung
Festivalbüro:
Verkehrsverein Landshut e.V.
Altstadt 315 (Rathaus)
84028 Landshut
Tel. 0871-92205-0 - Fax 0871-89275
e-mail: tourismus@landshut.de
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