Alte Musik 

Donnerstag, 21. Mai 2020

19.00 Uhr

Konzertsaal Heiligkreuzkirche

La Venexiana

(5) BARBARA STROZZI: LA VIRTUOSISSIMA CANTATRICE

 

I: 40,00 €, II: 34,00 €
Frühbucher: I: 36,00 €, II: 30,60 €
Förderkreis: I: 32,00 €, II: 27,20 €

Foto: Kaupo Kikkas

Barbara Strozzi – La virtuosissima cantatrice

Barbara Strozzi war eine der ersten Komponistinnen, die in die Öffentlichkeit traten, was eigentlich bis ins 19. Jahrhundert nicht üblich war. Doch ihr Leben war auch in anderer Hinsicht unkonventionell. Sie wurde 1619 als uneheliches Kind von Isabella Garzoni geboren und als Barbara Valle getauft. Isabella war vermutlich als Dienerin im Haus von Giulio Strozzi angestellt. Wahrscheinlich war er ihr wirklicher Vater.

Giulio Strozzi stammte aus einer angesehenen Florentiner Familie. Sein Vater war Bankier gewesen. Giulio Strozzi hatte an der Universität in Pisa studiert und war Jurist. In Venedig entfaltete er vielfältige Aktivitäten in musikalischen und literarischen Kreisen. Er schrieb Theaterstücke, Gedichte und die Libretti für Oratorien und Opern. Hierbei arbeitete er u.a. mit Monteverdi und Cavalli zusammen.

Barbara wohnte mit ihrer Mutter in seinem Haus. Er kümmerte sich intensiv um ihre Erziehung und adoptierte sie. Schon als junges Mädchen mit zwölf erstaunte sie die Erwachsenen, wenn sie sang und sich dabei selbst auf der Laute begleitet. Sie erhielt Unterricht bei Francesco Cavalli, einem der damals bedeutendsten Komponisten in Venedig. Bereits mit fünfzehn wurde sie als „la virtuosissima cantatrice di Giulio Strozzi“ gelobt. Ihr Vater gründete 1637 die „Accademia degli Unisoni“. In seinem Haus trafen sich Literaten und Musiker, lasen aus ihren Werken, diskutierten und hörten Musik. Dieser halböffentliche Kreis war der hauptsächliche Raum, in dem Barbara Strozzi als Musikerin wirkte und ihre Werke aufführte.

Die meisten Kompositionen schrieb sie für ihre eigene Stimme. Ihre Musik ist sehr expressiv. Sie verlangt von der Singstimme ein großes Ausdrucksspektrum. Barbara Strozzi entwickelte in ihren Kantaten einen großen Formenreichtum, vom dramatischen Rezitativ bis hin zu hoch emotionalen Arien.

Unterstützt von ihrem Vater war sie wohl die erste Frau, die ihre Werke in den Druck gab. 1644 erschien „Il primo libro de madrigali“. Doch sie hatte es schwer, Anerkennung zu finden. So wurde ihre Widmung ihres Opus 2 an Ferdinand III. von Österreich und Eleanora von Mantua anlässlich von deren Hochzeit nicht beachtet. Doch später war sie mit ihren Widmungen erfolgreicher.

Auch privat war ihr Leben nicht einfach. Sie nahm mit 18 den Namen ihres Vaters an. Alles deutet darauf hin, dass sie die Konkubine eines Adeligen, nämlich von Giovanni Paolo Vidman war, der in Venedig ein angesehener Kunst- und Musikmäzen war. In einem Brief nach ihrem Tod wird behauptet, dass der Graf sie vergewaltigt hätte. Doch dies geschah möglicherweise nur, um ihren Ruf für die Nachwelt zu schützen. Jedenfalls hatte sie mit Vidman mehrere Kinder und wurde von ihm finanziell unterstützt.

Barbara Strozzi starb 1677, nur 58 Jahre alt, in Padua.

Bernardo Strozzi: Gambenspielerin – Bildnis Barbara-Strozzi (1630-1640, Gemäldegalerie Dresden, Foto: The-Picture-Art-Collection-Alamy-Stock-Foto)

La Venexiana

Die Darstellungskraft und natürlich auch die technische Souveränität dieser Musiker haben inzwischen ein Niveau erreicht, das man nur noch bestaunen kann.“ (Stuttgarter Nachrichten)

La Venexiana ist der Titel einer berühmten, anonymen Renaissancekomödie, Vorläufer der Commedia dell’arte und ein Meisterwerk der italienischen Theaterkunst. Das von Claudio Cavina gegründete Ensemble hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Musik der Renaissance und des Barock in all ihrer Lebendigkeit, sprachlichen Raffinesse und Ambivalenz zwischen Sakralem und Profanem zu neuem Leben zu erwecken.

„Wenn im Orpheum das Publikum mit den Fingern schnippt, der Kontrabassist die jazzige Linie des ‚Walking Bass’ vorgibt, wähnt man sich nicht unbedingt in einem Konzert des Festivals Styriarte. An diesem sonst ‚rockigen’ Ort bestach Montagabend La Venexiana, eines der versiertesten italienischen Madrigalensembles, mit brillantem Spielwitz, alle Raffinessen früher Madrigalkunst Monteverdis und seiner Weggefährten auskostend. Das Ensemble, bekannt durch seine fabelhaft komödiantischen Darstellungen, verführte mit betörender Gesangskunst.“ (Kleine Zeitung – Styriate Graz)

„Claudio Monteverdi hören, das ist wie an arkadischer Küste stehen und Echos vom Ursprung des musikalischen Ausdrucks empfangen. Dieses Gefühl stellte sich ein, als das Ensemble La Venexiana ein grandioses Konzert gab. […] La Venexiana hat alle Madrigalbücher und alle Opern Monteverdis aufgenommen, Claudio Cavina hat damit ein gewaltiges Wissen um die Interpretation dieser Musik gesammelt, das er ohne aufführungspraktischen Zeigefinger in die unmittelbare Wirkung einer fast 400 Jahre alten Musik verwandelt. Ein begeistertes Publikum möge den Ruf dieses Mannes in Berlin verbreiten, auf dass Madrigal-Aufführungen in dieser Stadt nicht wie bis heute eine Seltenheit bleiben.“ (Berliner Zeitung – Konzerthaus)

La Venexiana begeisterte in allen bedeutenden Musikmetropolen. Mit ihren CD-Aufnahmen, darunter die Gesamteinspielung der Madrigalbücher Monteverdis (Midem Classical Award), und die Aufnahmen der drei Monteverdi-Opern setzten international Maßstäbe.  

Foto: Kaupo Kikkas

Service

Konzertkarten
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Festivalkasse: ab Mitte April 2020

Konzertprogramme
sind voraussichtlich ab Anfang April 2020 erhältlich und können online als pdf heruntergeladen werden (siehe Kopfzeile beim jeweiligen Konzert) und sind an der Festival- und Abendkasse gegen eine Gebühr erhältlich.

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