Commedia dell’arte

Samstag, 23. Mai 2020

19.00 Uhr

Weißer Saal der Burg Trausnitz

I buffoni dispettosi

(8) DIE IRRUNGEN DER COLOMBINA

Der Narrentreppe auf der Spur

 

I: 36,00 €, II: 29,00 €
Frühbucher: I: 32,40 €, II: 26,10 €
Förderkreis: I: 28,80 €, II: 23,20 €

Die Irrungen der Colombina
oder
Das Hausmädchen als Edeldame

 

Ein Musiktheaterprojekt im Stile der Commedia dell‘ arte, inspiriert von den Fresken der Landshuter Narrentreppe; ein komödiantisches Improvisationstheater des 16./17. Jh. in historischen Masken und Kostümen garniert mit Musik und Tanz.

Videotrailer: Eine Kostprobe des Spektakels findet sich auf www.buffoni.de.

Szenario des Spiels:
Zeit und Ort der Handlung sind die Lagunenstadt Venedig Anfang des 17. Jahhunderts.  Eine italienische Komödiantentruppe betritt die Bühne und präsentiert marktschreierisch ein Spiel im Spiel, das sich um die Lebensgeschichte der Dienerin Colombina spinnt, die mit ihrer kessen Art versucht, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Dabei erfährt man einiges über ihre Biografie, Episoden einer wahrlichen Irrfahrt zwischen Kloster, Schiffsreisen, Orient und Dienstjahren in der Lagunenstadt, eine Zeit, die nun endlich enden soll …
Colombina muss sich mit all den verrückten Personen, die in einer solchen Commedia üblicherweise auftreten, auseinandersetzen und arrangieren:
Mit dem alten und geizigen Kaufmann Pantalone, den schelmischen Dienern Zanni und Brighella, der Kurtisane Donna Lucia, dem immerfort dozierenden Dottore oder dem prahlenden und aufdringlichen Aufschneider Capitano und nicht zuletzt mit Leonardo, in den sie verliebt ist.
Musik und Tanz aus dem 16. und 17. Jahrhundert bilden den Rahmen für die launig-deftigen Stegreifszenen der Commedia dell’arte.

Profil der Darbietung:
• Eine Commedia dell’arte in der historischen Aufführungstradition der italienischen Stegreifkomödie des 16./17. Jh.
• Die Themen dieser Komödien entsprechen den üblichen Triebfokussierungen wie Liebe, Sexualität, Macht, Geld, Essen, Trinken, dementsprechend gibt es eine breite Palette von Affekten, mal launig und kokett, mal melancholisch, mal derb und frivol.
• Die Dialoge und Einlagen erfolgen – orientiert am Szenario – traditionsgemäß all’improvviso.
• Der szenische Handlungsverlauf ist mit zeitgenössischer historischer Musik und originalen Choreografien sowie komödiantischen Einlagen (Lazzi) garniert und zu einem abendfüllenden Spectaculum ausgebaut.
• Alle Darsteller agieren als Schauspieler und als Musiker und bringen ein hochwertiges Allroundprofil hinsichtlich Gesang, Tanz, Schau- und Instrumentalspiel mit.
• Die Ausstattung orientiert sich an der Aufführungspraxis des 17. Jh.: historische Kostüme, originale venezianische Ledermasken, historisches Instrumentarium, originale Tanzchoreographien

Musik aus dem 16. und 17. Jh. von Banchieri, Byrd, Caccini, Caroso, Falconieri, Fasolo, Gastoldi, Giaccio, Hume, Josquin, Lasso, Landi, Le Roy, Martin y Coll, Morley, Negri, Ortiz, Senfl, Vecchi, u.a.

Tanzchoreographien nach: Negri, Caroso u.a.

Die Colombina ist in der Commedia dell’arte die Figur der Magd oder Köchin. Sie ist eine lebenslustige, selbstsichere Frau ohne die Gekünsteltheit der höheren Schichten, nimmt kein Blatt vor den Mund, verführt gerne die Männer und weiß sich auch gut, gegen sie zu wehren. Oft ist sie die Geliebte des Arlecchino. Sie trägt keine Maske und hat zumeist schlichte Frauenkleider an.

Die Landshuter Narrentreppe

Bei der Münchner Fürstenhochzeit 1568 zwischen dem Wittelsbacher Kurprinzen Wilhelm V. und Renata von Lothringen wird unter der Federführung des Hofkapellmeisters Orlando di Lasso spontan eine Commedia dell’arte aufgeführt. Über deren Verlauf berichtet der Hofkapellsänger Massimo Troiano in seinem gedruckten Hochzeitsbericht (Dialoghi, München 1568), dem ersten Nachweis über ein Commedia-Spektakel nördlich der Alpen.

Inspiriert von dieser oder weiteren Aufführungen wird im italienischen Anbau der Landshuter Burg Trausnitz auf Veranlassung Wilhelms u.a. eine Wendeltreppe mit Commedia-Motiven ausgemalt. Die Fresken werden zwischen 1575 und 1579 nach einem Entwurf von Friedrich Sustris von Francesco Scalzi, genannt Padovano, umgesetzt.

Nach Schäden im dreißigjähren Krieg werden die Wandmalereien 1679 durch Franz Josef Geiger erstmals restauriert. 1961 hat leider ein großer Brand die Fresken deutlich beschädigt.

Das Foto rechts zeigt einen Ausschnitt aus der Narrentreppe mit Pantalone, der Figur des geizigen Alten in der Commedia dell’arte, und Zanni, der Figur des schlauen Dieners.

I buffoni dispettosi

erwecken – inspiriert von der Landshuter Narrentreppe – das alte Improvisationstheater der Commedia dell’arte zu neuem Leben. Die 5 Ensemblemitglieder sind Spezialisten für Alte Musik, historischen Tanz und Commedia dell’arte. Auf der Basis historischer Forschung bieten sie komödiantisches, sinnliches und spontanes Theater mit viel Musik für das Publikum des 21. Jhs. Für Konzept, Buch, musikalische Leitung und die Gesamtregie ist Christoph Eglhuber, für die Choreografie und Bühne Bernhard Girardi verantwortlich.

Felicia Berg. Die Sopranistin Felicia Berg profilierte sich im Rahmen ihres Lehramtsstudiums an der Universität Regensburg in den Schwerpunktfächern Gesang und Klavier und erwarb sich in den Bereichen Akrobatik, Tanz und Improvisationstheater (Commedia dell’arte) umfangreiche Kenntnisse.  Seit 2013 ist sie Mitglied der Audi-Jugendchorakademie. Dabei war sie unter der Leitung von Kent Nagano u. a. bei Aufführungen von Mozarts „Idomeneo“, Dvořáks „Requiem“ oder Mahlers 3. Sinfonie beteiligt. Sie spielt die Rolle der Colombina. Die Dienerin des Pantalone ist auf der Suche nach ihrem Glück, macht Männern gerne schöne Augen, ist aber nur in einen verliebt …

Susanne Kaiser studierte an der Musikhochschule Nürnberg klassische Konzertharfe und intensivierte ihre Ausbildung durch internationale Meisterkurse sowie private Studien, u. a. bei Hannelore Devaere, Park Sickney und Johanna Seitz. Sehr früh erfolgte dabei die Spezialisierung auf historische Harfentypen, was die Mitwirkung in Ensembles für Alte Musik nach sich zog (u. a. Landshuter Hofkapelle, Trio Alondra, I Zefiretti). Seit  2011 organisiert sie regelmäßig die „Landshuter Harfentreffen“ mit Workshops und Konzerten (www.harfe-susanne-kaiser.de). Man kann sie in der Rolle der Donna Lucia detta l‘Appassionata erleben. Lucia war eine der angesagtesten Kurtisanen Venedigs, ist jetzt „im Ruhestand“ und inzwischen Ehefrau Pantalones, was sie allerdings nicht auslastet … Außerdem spielt Susanne Kaiser die Suora Immaculata, eine Ordensschwester, die vormals im Kloster war und jetzt Assistentin bei Dottore Balanzone ist.

Andreas Kaiser. Der Tenor Andreas Kaiser hat sich während seines Studiums auf zahlreichen nationalen und internationalen Kursen und Festivals (u. a. Basel, Urbino, Orte) vor allem auf die Musik des 13. bis 17. Jahrhunderts spezialisiert. Neben dem Spiel von Blas- und Perkussionsinstrumenten richtet sich dabei sein Fokus vor allem auf die vokale Arbeit als Ensemblesänger oder Solist. Zudem ist er Leiter der Landshuter Hofkapelle, konzipiert und organisiert deren Auftritte im Rahmen der „Landshuter Hofmusiktage“, der „Landshuter Hochzeit“ oder auf Konzertreisen im In- und Ausland (www.landshuter-hofkapelle.de). Er spielt den Zanni, den Diener des Pantalone, der genauso gerne die Speisekammer besucht wie die Kammer von Colombina, und den Dottore Adriano Balanzone, einen hochdotierten Gelehrten, aber auch einen grausamen Schwätzer, der außerdem ein Rivale Pantalones ist.

Bernhard Girardi hat als Musiker, Tänzer und Instrumentenbauer ein breites künstlerisches Profil. Er studierte Blockflöte am „Mozarteum Salzburg“ und unterrichtet eine Blockflötenklasse am „Musikum Salzburg“. Seine intensive Beschäftigung mit dem Instrument führte auch zu einer instrumentenbaulichen Qualifikation, sodass er inzwischen eine Werkstatt für Blockflötenbau leitet. Außerdem tritt er als Sänger sowie als Chorleiter auf, konzertiert in verschiedenen Ensembles für Alte Musik (z. B. Capella Monacensis oder Paul-Hofhaimer-Consort) und wirkte bei CD-, Film- und Theaterproduktionen mit. Als Tänzer beschäftigt er sich intensiv mit historischen Tänzen, u. a. im Salzburger Tanzensemble Musica et Saltatoria. An der Passauer Schauspielschule „Athanor Akademie“ war er als Tanzlehrer engagiert. Er übernimmt die Rolle des Leonardo, des Sohnes von Dottore Balanzone, mit Künstlerseele … Außerdem spielt er den Capitano Carlo Cocodrillo, einen spanischen Edelmann und Soldaten, stationiert bei den spanischen Truppen in der Lombardei, einen Aufschneider und Frauenheld, der gerne – nicht nur Soldaten – exerzieren lässt.

Christoph Eglhuber absolvierte verschiedene Musikstudien an der Musikhochschule sowie an der Ludwig–Maximilian-Universität München; während dieser Zeit erfolgte die Spezialisierung auf das Spiel historischer Zupfinstrumente. Er ist Gründer und Leiter von Ensembles für Alte Musik (u. a. I Buffoni dispettosi, BarockBand München) und wirkt, bzw. wirkte bei Ensembles für Alte Musik im süddeutschen Raum mit (u. a. La Banda, Neue Hofkapelle München, Singer Pur, Stimmwerck, Neue Freisinger Hofmusik, Phoenix München, Bach Orchester München). Als Continuospieler hatte er Gelegenheit, renommierte Solisten wie S. Gabetta, F.-P. Zimmermann, D. Oberlinger, Ch. Gerhaher, J. Banse, Ch. Pregardien oder P. Schreier zu begleiten. Mit der Commedia dell’arte setzt er sich künstlerisch, wissenschaftlich sowie in der Lehre seit mehreren Jahrzehnten auseinander (www.christoph-eglhuber.de). Er spielt den Signor Pantalone di Bisognosi, einen reichen und alten venezianischen Kaufmann, der mit den nachlassenden Kräften seines Alters hadert, und den Brighella, den tumben und trägen Knecht im Gesinde des Dottore, den keiner so richtig verstehen kann.

Bilder von oben nach unten: Colombina, Donna Lucia, Suora Immaculata, Zanni, Dottore, Leonardo, Capitano.

Bilder unten links: Pantalone, Brighella,

Service

Konzertkarten
Online-Buchung: hier
Bestellschein: hier
Festivalkasse: ab Mitte April 2020

Konzertprogramme
sind voraussichtlich ab Anfang April 2020 erhältlich und können online als pdf heruntergeladen werden (siehe Kopfzeile beim jeweiligen Konzert) und sind an der Festival- und Abendkasse gegen eine Gebühr erhältlich.

Information, Kartenverkauf, Hotelreservierung
Festivalbüro:
Verkehrsverein Landshut e.V.
Altstadt 315 (Rathaus)
84028 Landshut
Tel. 0871-92205-0 - Fax 0871-89275
e-mail: tourismus@landshut.de
web: www.landshut-tourismus.bayern