Landshuter Hofmusiktage - 14. Europäisches Festival Alter Musik - Konzert 7

Tempus fugit, Korsika
Contraband, Freiburg

Weltmusik à la Française
Korsische Vokalpolyphonie Traditionelle französische Musik für Dudelsack

Freitag, 11. Juli 2008,
20.00 Uhr

Innenhof der Residenz / bei schlechtem Wetter: Rathausprunksaal

Kartenpreise:
36 / 28 / 18 €

Konzertpatenschaft:
Michael Imhoff

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Tempus fugit
Die sechs Sänger des Ensembles Tempus fugit folgen Pablos Picassos Erkenntnis, dass man viel Zeit benötigt, um jung zu bleiben, nämlich Geduld und Arbeit. Alle Sänger dieser Gruppe haben ihre freie Zeit damit verbracht, den Gesang der korsischen Polyphonie zu pflegen: voller Begeisterung, genährt von Begegnungen mit den Alten, fasziniert bei wochenlangen Studien, Nächte voller Zweifel durchwachend, manchmal entmutigt, doch immer auf der Suche nach der reinen Harmonie, um nach Jahren des Suchens heute die Klarheit und Frische der menschlichen Stimme zu erreichen, befreit von aller Technik, spontan wie in der Kindheit, um sich außerhalb der Noten an einem Ort zu vereinigen, der keinen Namen hat, da er nur im Gesang, nicht aber in der Sprache existiert. Tempus fugit pflegt die Tradition der korsischen Polyphonie mit großer Intensität und Authentizität.

Contraband
Das Eurofolk-Ensemble Contraband wurde bei seiner Premiere in Landshut 2004 vom Publikum bejubelt. Zwei Dudelsackspieler aus England und Deutschland, Jan Harrison und Gesine Bänfer, auf französischen, spanischen und englischen Instrumenten, ein Percussionist mit Trommeltechniken von Kairo bis in den Balkan, der badische Gitarrist Thomas Bergmann, der Bourrées im französischen Stil für 2 Gaitas komponiert, und der Tubaspieler Jörgen Welander aus Schweden, der den Techno auf der Tuba spielt und die Tänzbässe der ganzen Welt im Blut hat, musizieren granzüberschreitende Tanzmusik, die garantiert in die Beine geht.  

Polyphoner Gesang und Dudelsack – ein Streifzug durch die traditionelle Musik Frankreichs
Auf der Insel Korsika, wie auch auf der benachbarten italienischen Insel Sardinien gibt es bis heute eine mündlich überlieferte Praxis mehrstimmigen Singens. Nach 1945 drohte diese Praxis zu verschwinden. Doch heute erlebt sie bei der Jugend eine beachtliche Renaissance. Die Ursprünge dieser Praxis sind nur schwer erforschbar. Doch bei den einzelnen Melodien, die in den verschiedenen korsischen Regionen gesungen werden, wird oft ein erstaunliches Alter überliefert. Manche Gesänge gehen bis auf das 7. Jahrhundert nach Christus zurück. Heute kann der Hörer in dieser Musik eine archaische Klangwelt von erstaunlicher Faszination entdecken.
Kontrastierend zur Vokalmusik spielt Contraband Dudelsackmusik aus  den Ländern im Massiv Central - Bourbonnais, Berry, Auvergne, Morvan...: von dort strömt in den letzten Jahren eine Renaissance der Folkmusik, welche die anderen Regionen Frankreichs und die angrenzenden Länder in ihren Bann zieht. Deutschland, England, Spanien, Belgien und die Schweiz haben ihre traditionellen Dudelsäcke nach dem Vorbild der zentralfranzösischen Instrumente neu entdeckt und neu erfunden – und damit auch die infizierenden Rhythmen der Bourée, des Schottischen, der Mazurka, des Walzers und der Polka. Contraband präsentiert traditionelle und selbst komponierte Musik, die auf den Instrumenten und Rhythmen Zentralfrankreichs basiert, gemischt mit Einflüssen aus den Herkunftsländern der Mitglieder von Contraband: England, Schweden und Deutschland.

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