Landshuter Hofmusiktage - 14. Europäisches Festival Alter Musik - Konzert 5
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Dominque Visse (Countertenor), Paris
Friederike Heumann,
Irene Klein, Hille Perl, Marthe Perl, Fauke Hess
(Viola da Gamba)
Éric Bellocq (Renaissancelaute)

O doulx regard
Chansons und Fantasien von Claude Lejeune,  Josquin des Prez, Loyset Compère, Clément Janequin, Paschal de l’Estocart.

Sonntag, 6. Juli 2008,
20.00 Uhr

Heilig Kreuz Saal

Kartenpreise:
36 / 28 / 18 €

Das Konzert wird vom Bayerischen Rundfunk - B4 - aufgezeichnet.

Solisten der Alten Musik musizieren zusammen
Dominique Visse, Friederike Heumann, Irene Klein, Hille Perl und Éric Belloq zählen zu den bekanntesten Solisten der Alten Musik. Der Countertenor Dominique Visse war Schüler von Alfred Deller, gründete 1978 das Ensemble Clément Janequin, mit dem er 1992 bei den Landshuter Hofmusiktagen auftrat, und ist außerdem weltweit  als Opernsänger mit außerordentlichen Darstellerqualitäten gefragt. Friederike Heumann ist als Solistin und mit ihrem Ensemble Stylus Phantasticus bei zahlreichen Festivals zu Gast. Sie gewann den 1. Preis beim Premio Bonpoti in Rovereto.  Ebenfalls vielfach preisgekrönt ist Irene Klein, die bei zahlreichen Konzert-, Opern- und Aufnahmeprojekten mitwirkte. Hille Perl ist eine der bekanntesten Viola-da-Gamba-Virtuosinnen und verschaffte ihrem Instrument große Popularität. Der Lautenist Éric Bellocq spielt ebenso gerne Barockmusik wie Jazz. Er ist Solist und häufiger Partner von Dominique Visse.

Weltgewand, wie du bist, sage mir, wie die Welt ist
Der 100jährige Krieg (1330-1450) veränderte Frankreich, stürzte es in Elend und war der Impuls für Erneuerung: die Ideen der Renaissance in Italien wurden übernommen und in eine neue französische Kultur verwandelt. Von den Empfindungen und Fantasien dieser Umbruchszeit berichten die Chansons und Instrumentalstücke von Komponisten wie Josquin oder Compère, deren Kompositionstechnik durch die in ganz Europa herrschende Niederländische Vokalpolyphonie geprägt ist, die aber die französische Sprache, ihre fließende Rhythmik, ihren Klang, ihren Witz entdeckten zu geistvollen Kunstwerken formten.
Flandern, Deutschland und Italien waren damals vorbildhaft für den Naturalismus und Realismus in Malerei und Skulptur. Karl V. gewann gegen Frankreich und nahm François I. Italien und Flandern weg, François I. hingegen pflegte weiterhin seine ausgeprägte Vorliebe für die Kunst dieser verlorenen Länder und umgab sich mit italienischen Künstlern.
Die Natur ist das zentrale Thema in der Musik, aber auch das zentrale Thema der Gedankenwelt bei der Reformierung der Religion. Der Mensch veränderte sein Verhältnis zu Gott durch die Natur: er hatte auf einmal mehr Selbstbewusstsein, wollte sich Gott gleichstellen.... Paschal de l'Estocart und Claude Lejeune setzten den Naturalismus in der Musik der Renaissance fort, dem Vorbild ihrer Väter folgend und geprägt durch die neue Religion.

Link zu: Dominique Visse, Friederike Heumann, Hille Perl, Irene Klein (damit verlassen Sie die Site der Landshuter Hofmusiktage).