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Konzerte mit Alter Musik

21.04.: Ensemble ad libitum - Musikalische Brücken
22.04.: Zefiro Torna - indexAllegorie der Sehnsucht
23.04.: Ensemble Leones - Al diu werlt diu stritet her
24.04.: Landshuter Hofkapelle - Missa super Fiindexliae Jerusalem
24.04.: Workshops Alte Musik - Workshop-Abschluss-konzert
28.04.: La Venexiana - Kavaliere, Waffen, Liebschaften

 

Alte Musik plus

24.04.: Kultur-kulinarische Entdeckungen
27.04.: Nihan Devecioglu, Friederike Heumann, Xavier Diaz - Orient - Okzident
30.04.: Mara Aranda - Das sephardische Erbe
30.04.: Pera Ensamble - Levante
01.05.: Giora Feidman - Back to the Roots

 

Alte Musik rockt

29.04.: Orphaned Land - All is one

 

Alte Musik von 0 bis 99

01.05.: Franziska Janetzko, Pera Ensemble - Kaffee für den König - Familienkonzert

 

Workshops Alte Musik

23.-24.04.: Sigi Hausen, Michael Popp, Cas Gevers - Workshops Alte Musik

 

Kunstausstellung

14.04. - 01.05.: "Friede sei in deinen Mauern"

 

Madaba

Erste kartographische Darstellung von Jerusalem
auf der Mosaikkarte von Mandaba, um 570.
 

Gerusalemme liberata - Musikalische Brücken zwischen jüdischer, christlicher und islamischer Kultur

 

Jerusalem, so erklärt eine populäre Volksethymologie der Rabbinen, ist die „Stadt des Friedens“. Dort erbaute Salomo vor fast 3000 Jahren den ersten Tempel für יהוה (JHWH). Seitdem ist diese Stadt für die Juden, die in die ganze Welt hinaus vertrieben wurden, das geistige Zentrum und seit 1950 die Hauptstadt Israels; im 137. Psalm steht: „Wenn ich dich je vergesse, Jerusalem, dann soll mir die rechte Hand verdorren. Die Zunge soll mir am Gaumen kleben, wenn ich an dich nicht mehr denke, wenn ich Jerusalem nicht zu meiner höchsten Freude erhebe.“
Den Christen gilt Jerusalem als der zentrale Ort für die Erlösung der Welt: Jesus trug hier das Kreuz, wurde auf dem Kalvarienberg hingerichtet und stand von den Toten wieder auf.
Obwohl der Name nicht im Koran erwähnt wird, ist Jerusalem neben Mekka und Medina die drittheiligste Stadt des Islam. Ihr arabischer Name القدس‎ (al-Quds) bedeutet „die Heilige“. Die Moslems glauben, dass Mohammed zu einer von Mekka weit entfernten Kultstätte, nämlich Jerusalem, geritten und von dort in den Himmel aufgestiegen ist.

 Klagemauer

Jerusalem – Zentrum der auf Abraham
zurückgehenden Weltreligionen

Die Realität Jerusalems in Geschichte und Gegenwart ist leider keineswegs friedlich. Vielmehr musste die Stadt in ihrer langen Geschichte Kriege, Pogrome, Unterdrückung, Massenmorde und Zerstörung ertragen. Und dennoch ist sie bis heute der zentrale Ort für die drei monotheistischen, auf Abraham zurückgehenden Weltreligionen. In Jerusalem gibt es 1204 Synagogen, 158 Kirchen und 73 Moscheen.
Schon im 13. Jahrhundert wurde in Florenz eine Novelle mit dem Titel „Wie der Sultan in Geldnot war und einen Juden erpressen wollte“ geschrieben, die von Toleranz handelt und ein Vorbild für Gottfried Ephraim Lessings „Ringparabel“ ist. Jerusalem ist nicht nur eine reale Stadt, sondern auch ein geistiger Ort, der für die Hoffnung steht, dass die Menschen der drei auf Abraham zurückgehen-den Religionen trotz ihrer Verschiedenheit tolerant und friedlich zusammenleben.

Tiepolo - Rinaldo

Giambattista Tiepolo: Rinaldo und Armida, 1753, München, Alte Pinakothek.

 

Torquato Tassos „Gerusalemme liberata“: Tragische Liebesgeschichten und Zauber des Fremden

1574, nach 15jähriger Arbeit vollendete der Dichter Torquato Tasso sein erfolgreichstes Werk, das Epos „La Gerusalemme liberata“, dessen Titel das Leitthema der Landshuter Hofmusiktage 2016 ist. Zahlreiche Komponisten von der Renaissance bis heute haben sich mit Tassos Dichtung beschäftigt, von Giaches de Wert, Monteverdi über Händel und Gluck bis hin zu Dvorak. Eigentlich wollte Tasso im Sinn der Gegenreformation die Heldentaten der Kreuzfahrer verherrlichen. Doch für die Komponisten waren die in dieser Dichtung dargestellte Tragik der Gefühle (der christliche Ritter Tancred liebt die feindliche Kämpferin Clorinda) und die Begegnung mit der exotisch fremden Welt der Zauberin Armida viel interessanter, weshalb sie vor allem diese Textpassagen für ihre Vertonungen auswählten.
Die komponierte, kunstvolle Musik zeigt - abgesehen von kriegerischen Trompetenfanfaren und Trommelschlägen - zumeist die Vision des friedlichen Jerusalem. Für Torquato Tasso ging es, wie schon für die mittelalterlichen Kreuzritter, darum, die heiligen Stätten unter die Kontrolle der Christen zu bringen; doch sowohl die heidnische Kämpferin Clorinda als auch die Zauberin Armida werden nicht durch Kampf, sondern durch Liebe zum Christentum bekehrt.

Cantiguas de Santa Maria

Ein Musilim und ein christlicher Ritter spielen zusammen auf dem Oud,
Miniatur aus Cantiguas de Santa Maria, 1260-1280.

Kultureller und musikalischer Austausch

Trotz der Kreuzzüge im Mittelalter und der Türkenkriege in der Neuzeit gab es immer einen kulturellen Austausch, von dem auch die Musik profitierte. Zum Beispiel wirkten am Hof Kaiser Friedrichs II. in Palermo und von Alfons X. dem Weisen in Toledo christliche, islamische und jüdische Gelehrte, Künstler und Musiker und pflegten einen regen Austausch. Handelsstädte wie Venedig oder Genua, die mit den Bewohnern des Osmanischen Reichs Waren austauschten, waren auch wichtige kulturelle Schmelztiegel. Es gab also immer auch Orte, wo Menschen friedlich zusammen trafen und zusammen arbeiteten.
Die Liste der kulturellen Verbindungen, Beeinflussungen und gegenseitiger Inspiration ist unerschöpflich. So gelangten viele Musikinstrumente nach Europa: Aus dem Oud entwickelte sich die Laute, aus der Rebeque die Fidel und später die Violine, aus der Tabla die Trommel, aus der Naqqāra die Pauke... Eine Wurzel der französischen Troubadourlieder liegt möglichweise in der Begegnung mit dem maurischen Spanien während der Reconquista. In der Renaissance, etwa bei Orlando di Lasso, spiegeln die Moresken die orientalische Welt, in Barock und Klassik erklingt „alla turca“-Musik für das bedrohlich Fremde und zugleich exotisch Verführerische.

Sensibilisierung, Öffnung und Dialog

Ein zehntägiges Festival kann nur einige Aspekte dieses unendlichen Themas zeigen. Enzyklopädische Vollständigkeit wird keinesfalls angestrebt, vielmehr Sensibilisierung, Öffnung und Dialog. Zwei Konzertprogramme, „Das sephardische Erbe“ mit der spanischen Sängerin Mara Aranda und „Back to the Roots“ mit Giora Feidman und dem Klezmerensemble Gitanes Blondes, widmen sich jüdischer Musik, in der sich vor allem Vertreibung, Melancholie, aber auch Lebensfreude widerspiegeln. Für den christlichen Bereich erklingen Kreuzzugslieder der Minnesänger mit dem Ensemble Leones, die Gerusalemme liberata-Vertonungen in Madrigalen der Renaissance mit dem italienischen Ensemble La Venexiana und die Ausgrabung einer Messe von Carl Luyton durch die Landshuter Hofkapelle. Das Pera Ensemble lässt türkische Musik und ihre Einflüsse auf europäische Tonkunst zum Erlebnis werden.
Ein zentraler Aspekt des Festivals ist das Zusammenwirken von Musikern aus verschiedenen Kulturen: So widmen sich die tunesische Sängerin Ghalia Benali, das belgische Ensemble Zefiro Torna und das Vocalconsort Berlin Liebesliedern von Hildegard von Bingen bis zu Johann Christian Bach im Dialog mit persischer und ägyptischer Dichtung. Mit Oriental Metal baut die israelische Band Orphaned Land Brücken zu den arabischen Ländern. Die Kunstausstellung zu den Landshuter Hofmusiktagen zeigt Arbeiten von jüdischen, christlichen und islamischen Künstlern, die sich zu ihren religiösen Wurzeln bekennen und zugleich den Dialog anstreben. Der Titel der Ausstellung „Friede sei in deinen Mauern“ aus dem 122. Psalm spricht die Grundvoraussetzung nicht nur eines „Gerusalemme liberata“, sondern einer freien Welt an.

Franzpeter Mesesmer

Dr. Franzpeter Messmer
(Künstlerischer Leiter)

Almanach

Informationen zu den Solisten und Ensembles sowie die genauen Konzertprogramme finden Sie im Almanach. Der Almanach kann kostenfrei - soweit vorrätig - im Festivalbüro angefordert werden. Restexemplare werden an der Abendkasse ausgegeben.

 

Konzert-programme

Die Konzertprogramme finden Sie auf dieser Website bei den jeweiligen Konzerten als pdf. Sie können die Konzertprogramme ausdrucken und sie zum Konzert mitnehmen.

Texte zur Vokalmusik

Soweit von den Ensembles zur Verfügung gestellt, finden Sie die Texte, ggf. auch die Übersetzungen ab Mitte April hier auf dieser Website als pdf. Sie können die Texte ausdrucken und zum Konzert mitnehmen.

Karten-bestellung

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